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Ihre Lernerfahrung braucht mehr Kreativität

Gepostet von Dave Coodin am 16.02.2017 14:29:44

Kreativität ist der Schlüssel für ein gutes Instructional Design. Wenn die Lernenden etwas Kreatives und Interessantes erleben, steigert es ihre Aufmerksamkeit und sie absorbieren die Dinge, die wir ihnen vermitteln möchten. Daher sollte innerhalb einer Lernerfahrung auf ein reines Aufsagen von Informationen soweit wie möglich verzichtet werden und stattdessen die Visualisierung von Informationen in den Fokus rücken; mit jeglicher zur Verfügung stehenden Ressource...

Okay, das war eine wirklich langweilige Einleitung, lassen Sie mich das noch einmal versuchen...

Der Matheunterricht in High School war wirklich mühsam. Jeden Tag stand der Lehrer vor unserer Klasse, erzählte von irgendeinem mathematischen Satz, gab uns eine Aufgabe und ließ uns dann unserer Wege ziehen. Er erinnerte mich an eine Schnecke. Eine unglaublich langweilige Schnecke.

Eines Tages war unser Mathelehrer krank. Zunächst betrachteten wir unseren Vertretungslehrer misstrauisch. Er sah eigenartig aus. Er trug einen Hut und stolperte in unser Klassenzimmer, als ob er nicht ganz sicher war, ob er bei uns richtig sei. Aber dann ... fing er an zu reden. Er sprach über Mathematik nicht nur als eine Reihe von abstrakten Sätzen und Problemen, sondern als eine Struktur unseres Universums. Er erzählte uns wie selbst das einfachste Problem eine kulturelle Geschichte erzählt und auch eine eigene Geschichte besitzt. Wir waren absolut fasziniert. Für diesen einen Tag LIEBTE ich Mathematik.

Nun...diese Geschichte ist zwar nicht wirklich passiert, aber sie ist sicherlich interessant, oder? Warum sollte man also etwas erzählen, wenn man es auch einfach visualisieren kann; besonders dann wenn Geschichten dem Lernenden einfacher im Gedächtnis bleiben?

Vor kurzem hatte ich die Chance, eine Lernerfahrung für einen Kunden zu entwerfen, der etwas Kreatives wollte. Nachdem ich mit ein paar Ideen gespielt hatte, bekam ich die verrückte Eingebung, das gesamte Lernmodul in Reimen zu schreiben.

Zuerst war ich mir gar nicht sicher, es überhaupt vorzuschlagen. Aber nach einem internen Workshop, sprach ich die Idee an und unser Kunde zeigte sich sehr aufgeschlossen. Nach drei ganzen Tagen vor dem Computer, mit nichts außer einem Reimlexikon und einem Thesaurus, hatte ich ein 10-minütiges Lehrgedicht vollendet; und meiner Meinung nach eine der besten von mir erstellten Lernerfahrungen kreiert.

Was machte diese Idee so erfolgreich? Oder welche Bedingungen haben es mir ermöglicht meine Kreativität auszuleben, in einer Branche in der Kreativität schwierig sein kann?

 

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Geschichten machen das Lernen interessanter, aber welche unternehmensinterne Unterstützung ermöglicht Kreativität?

 

Hier sind einige Dinge, die mir geholfen, die Grenzen des Akzeptablen zu testen: 

  1. Unterstützung durch meine Organisation einholen. Ich kann nicht genug betonen, wie hilfreich es ist, intern über Ihre Ideen zu beraten. Das bedeutet nicht nur nach Erlaubnis zu fragen. Es bedeutet, ein kleines Team für ein Ideen-Meeting zusammenzustellen, gemeinsam an Vorschlägen zu arbeiten und nach ihren Empfehlungen zu fragen. Diese Herangehensweise kann Ihre Ideen überprüfen und Ihnen das nötige Vertrauen geben um voranzukommen.
  1. Grenzen austesten. Neue Ideen scheinen auf den ersten Blick immer etwas befremdlich. Aber ein Outside-of-the-Box Denken ist es was die Box, also unsere Ideen, erweitert und wachsen lässt. Ein kreatives Risiko einzugehen, beeinflusst nicht nur den einzelnen Kurs oder das Modul; es geht vielmehr darum die Definition von dem was professionell akzeptabel ist zu verändern; nicht nur für einen einzelnen Kunden oder ein Unternehmen, sondern für die gesamte Profession.
  1. Die Bereitschaft nicht praktikable Ideen aufzugeben. Hochtrabende Ambitionen und Ideen sind eine Sache; die letztendliche Ausführung ist eine andere. Manchmal funktionieren selbst die besten Ideen nicht, sobald man sie in die Praxis umsetzen möchte. Einem Kurswechsel inmitten der Designphase offen gegenüber zu stehen, gibt Ihnen weitaus mehr Freiheit ausgefallene Ideen von Anfang an weiterzuverfolgen, da Sie sich somit gedanklich nicht einengen.

Da sich die Definition von "Lernen" ständig verändert, ist es die Aufgabe der Instructional Designer zu experimentieren, um so zu verstehen was funktioniert oder eben nicht. Welche kreative Lernerfahrung haben Sie im Hinterkopf, bei der Sie nur auf die richtige Gelegenheit gewartet haben sie auszuprobieren?

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Themen: Storytelling, Skills, eLearning, Design, Creativity