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Next Generation Learning – Wie Millennials die Aus- und Weiterbildung beeinflussen

Gepostet von Silke Simons am 15.07.2016 16:41:02

“Wer ist Ihre Zielgruppe?” ist eine der ersten und wichtigsten Fragen, die wir unseren Kunden zu Beginn jeder Konzept- und Designphase stellen. Und ganz gleich ob die Antwort “Vertriebsmitarbeiter”, “Ingenieure” oder “Kundenbetreuer” lautet – immer häufiger haben die Lerner, für die wir unsere Lösungen konzipieren, eine Gemeinsamkeit: sie gehören der Generation der so genannten ‘Millennials’ – gerne auch als Generation Y bezeichnet - an.

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Millennials, d.h. junge Menschen die in den 80er und 90er Jahren geboren worden sind, stellen naturgemäß einen stetig wachsenden Anteil der berufstätigen Bevölkerung dar; bis 2025 wird dieser Anteil voraussichtlich 75% ausmachen.[1] Und wie es bei jeder neuen Generation der Fall ist, so werden auch die Millennials einen Kulturwandel einfordern ebenso wie antreiben – in der Art und Weise wie wir arbeiten, und damit auch in der Art und Weise wie wir lernen und uns weiterbilden.

Heben wir uns die Diskussion darüber, was an dem “Mythos Millennials” nun wahr ist oder nicht[2] für ein andermal auf, und schauen uns stattdessen einige typische Eigenschaften der Millennials und deren Einfluss auf Aus- und Weiterbildung an.

Lernen = Mobiles Lernen

Millennials sind ‘Digital Natives’ und bereits seit frühester Kindheit  von Technologie jeglicher Art umgeben. Laptops, Mobiltelefone, Internet, SMS, soziale Netzwerke… all dies gehört zur zweiten Natur der Millennials. Die große Mehrheit dieser Generation hat eine ausgesprochen positive Einstellung gegenüber Technologie.

Die gilt vor allem dann wenn es um mobile Technologie geht: 87% aller Millennials bestätigen, dass sie ihr Handy immer an ihrer Seite haben, 68% benutzen lieber ihr Handy anstatt eines Laptops oder PCs, und 60% gehen davon aus, dass im Laufe der nächsten Jahre alles über mobile Geräte geregelt werden wird.[3] Alles – das beinhaltet natürlich auch die Aus- und Weiterbildung. Arbeitgeber sollten deshalb einsehen: Die Bereitstellung mobiler Endgeräte oder aber die Durchsetzung von BYOD-Richtlinien (BYOD = “Bring your own device”, d.h. die Erlaubnis, private Geräte bei der und für die Arbeit zu nutzen) wird eine entscheidende Rolle spielen wenn es darum geht, die Produktivität und Leistungsfähigkeit ihrer Mitarbeiter zu erhöhen.[4]

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Klasse statt Masse

Mobiles Lernen kommt auch dem Wunsch der Millennials nach Flexibilität entgegen: Anstatt einen 8-Stunden-Tag im Seminarraum oder Büro abzusitzen, lernen und arbeiten Millennials lieber nach einem flexiblen Zeitplan – mit der Möglichkeit, jederzeit und überall auf die für sie relevanten Informationen zuzugreifen. Es kommt demnach nicht mehr darauf an, eine möglichst große Masse an Wissen anzuhäufen; wichtiger ist, das richtige Wissen im richtigen Kontext verfügbar zu haben. In diesem Sinne müssen praxisorientierte, in den Berufsalltag eingebundene Arbeitshilfen fester Bestandteil eines jeden Aus- und Weiterbildungsprogramms sein – womit nicht gesagt sein soll, dass diese ein formelles Grundlagen-Training ersetzen können.[5]

Sporadische Aufmerksamkeit vs. Langzeitgedächtnis

Man mag es als Binsenweisheit bezeichnen, aber Millennials haben tatsächlich eine kurze Aufmerksamkeitsspanne.[6] Sie sind ständig vernetzt, springen im Minutentakt von einem Medium zum nächsten, und beziehen Informationen lieber in überschaubaren Häppchen anstatt in langwierigen Ausführungen. Einem Instructional Designer stehen deshalb nur wenige Minuten zur Verfügung, um die Aufmerksamkeit eines jungen Lerners aufrecht zu erhalten und ein Lernziel zu vermitteln.

Micro-learning, d.h. die Wissensvermittlung in kurzen, prägnanten Einheiten, erscheint vor diesem Hintergrund als die geeignete Methode, Millennials mit ihrer vergleichsweise kurzen Konzentrationsspanne zu erreichen. Bei Micro-learning werden Lernmodule sowie Lern-Apps für Handy und Tablet so konzipiert, dass innerhalb weniger Minuten die entscheidenden Inhalte nicht nur vermittlet, sondern auch leichter erinnert werden können.

Es stellt sich die durchaus berechtigte Frage: Sind diese Methoden der Aus- und Weiterbildung nicht sinnvoll für alle Lerner – ob sie zu nun den Millennials, zur Generation X oder einer anderen Generation gehören? Die Antwort lautet: Ja!

Fakt ist, dass der Zugang zum Internet längst vorrangig über mobile Geräte erfolgt – dies gilt für Menschen jeden Alters.[7]

Digitale, in den Arbeitsalltag eingebundene Lernmedien helfen allen Mitarbeitern, ihren Job besser zu machen, nicht nur Millennials.

Und was das Thema Wissensvermittlung und Langzeitgedächtnis angeht – die steile ‘Vergessenskurve’ (siehe Josh’s Blog-Eintrag) last bezieht sich auf Lerner jeder Generation.

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Warum machen wir uns dann also überhaupt Gedanken über die Millennials und ihre Bedürfnisse?

Weil Millennials, mit ihrem natürlichen, selbstbewussten Auftreten in der digitalen Welt, Trendsetter sind. Sie fordern ganz selbstverständlich und intuitiv Dinge ein, die Menschen älterer Generationen vielleicht noch zu weit hergeholt und avantgardistisch erscheinen.

Hinzu kommt – Millennials sind äußerst lernbegeistert. Gemäß einer von PWC durchgeführten Studie bewerten Millennials ein gutes Angebot an Aus- und Weiterbildungsangeboten als die wichtigste Zusatzleistung an, die sie von einem Arbeitgeber angeboten bekommen können.[8] Mit anderen Worten besteht bei Millennials eine ausgeprägte Weiterbildungsmentalität, solange sie das Gefühl haben, direkten Nutzen daraus zu ziehen.

Es ist an der Zeit für Arbeitgeber ihre Maßnahmen der Personalentwicklung auf den Prüfstand zu stellen, durch die Augen ihrer jungen Mitarbeiter zu betrachten und bei Bedarf zu überdenken. Von einer an den Bedürfnissen der Millennials ausgerichtete Aus- und Weiterbildungsstrategie können alle Mitarbeiter profitieren. Mobiles Lernen und praxisorientierte Micro-Lerneinheiten, die effektiv in einen flexiblen Arbeitsalltag integriert werden können, sind hier erst der Anfang.

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[1] http://www.forbes.com/sites/danschawbel/2013/09/04/why-you-cant-ignore-millennials/#292dec426c65

[2] http://www.fastcompany.com/3054158/the-future-of-work/8-myths-about-millennials-at-work-that-need-to-die

[3] 2014 Zogby Analytics – Millennial Study

[4] https://elearningindustry.com/5-reasons-organizations-embrace-byod

[5] https://www.td.org/Publications/Magazines/TD/TD-Archive/2016/06/Designing-Learning-for-Millennials

[6] http://www.psychologicalscience.org/index.php/publications/observer/2011/may-june-11/teaching-the-millennials.html

[7] http://wearesocial.com/uk/blog/2016/03/63-of-us-now-use-mobile-phones

[8] http://www.pwc.com/gx/en/managing-tomorrows-people/future-of-work/assets/reshaping-the-workplace.pdf

 

Themen: Millennials, Learning Reinforcement, Mobile Learning